neoliberale-metrik

Ich merkte neulich, dass Leute Problemlösungen nach zwei sehr unterschiedlichen Metriken bewerten: Die einen interessiert vornehmlich, wie etwas im besten Fall funktioniert; die anderen messen Qualität daran, ob etwas im schlechtesten Fall noch halbwegs klappt.

Ich halte das für einen wichtigen ideologischen Unterschied. Mit dem ersten Ansatz kommt man nämlich zu Elitenförderung, Studiengebühren, Apple -Produkten und kontrastarmem Hipsterdesign – mit dem zweiten hingegen zu Bildung für Unterprivilegierte, Verbraucherschutz, freier Software und Barrierefreiheit.

Man könnte jetzt denken: Gruppe Eins redet sich die Nachteile ihrer neoliberalen Handlungsweise schön. Immerhin basteln diese Leute fleißig an einer Welt, in ohnehin Privilegierte noch mehr Macht und Möglichkeiten haben. Die zu Grunde liegende Gerechtigkeitsvorstellung ist allerdings recht verbreitet. Ihr könnt das an euch selber testen: Wer die Berücksichtigung gewisser Fehlerfälle für unangemessen hält und entsprechende Forderungen Benachteiligter als nervig wahrnimmt, gehört zu Gruppe Eins .

Slashdot -Kommentar zum Thema: Systems are too often specified, designed and tested entirely in terms of their positive capabilities, rather than their negative capabilities.