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Die Konferenz re:publica ist nun ganz offiziell eine Microsoft-Werbeveranstaltung – komplett mit Sponsor-Vortrags- Track und anmeldepflichtigen Sessions vor einem kleinen Publikum . Microsoft sind jetzt nämlich die Guten: Wir haben zum Beispiel Plattformgrenzen überwunden, Open Source lieben und Geräte zu designen gelernt. schreibt Thorsten Hübschen, Business Group Lead Microsoft Office Division im re:publica -Blog . Wie viel das wohl kostete?

Ich habe für die re:publica dieses Jahr übrigens keinen Vortrag eingereicht und mir auch kein Ticket besorgt. Das hat allerdings nichts mit Microsoft zu tun, sondern mit dem Verhalten der Veranstalter gegenüber Vortragenden im letzten Jahr. Zunächst teilten die allen Vorträgen die halbe Zeit zu, die in der Einreichung angegeben war – auf Nachfrage hieß es, so könne man mehr Vorträge anbieten. Dazu fand ich das Essen für die Vortragenden deutlich schlechter als bei den vorherigen Malen. Auch laufen Links auf die Vortragsbeschreibungen der re:publica 2013 ins Leere, seit die Webseite für die re:publica 2014 vorbereitet wird.

Bemerkenswert finde ich zudem das Versagen bei der Vortrags-Archivierung: 2008 bot die re:publica noch Videos zum Runterladen an und lieferte Audio-Aufnahmen als Podcast ; mittlerweile gibt es die Aufzeichnungen nur noch bei YouTube (natürlich mit Zensur durch Bedarfsträger ), weswegen Besucher die abonnierbare Form selber basteln müssen . Diesmal soll es allerdings Audio-Aufzeichnungen aller Sessions geben, die nach der Veranstaltung als Podcast zur Verfügung stehen werden .

Das mit den Aufzeichnungen scheint wieder nicht zu klappen: toller talk von @Autofocus. schade, dass die #rp14 ihn nicht aufgezeichnet hat .

Die Keynote hält dieses Jahr übrigens David Hasselhoff.

Ein Bekannter schrieb mir, die Bemerkungen zum Essen läsen sich so, als wäre ich ein unangenehmer Mitnehmer . Es geht mir dabei allerdings gar nicht darum, dass ich jetzt weniger gut kostenloses Essen und Freigetränke abgreifen kann, sondern um einen Mentalitätswandel bei den Veranstaltern.

Microsoft -Werbung, kurzfristige Halbierung der Vortragszeit und sinkende Essensqualität halte ich alles für Indizien, dass in der Orga unangenehme Erbsenzähler übernommen haben. Da habe ich dann einfach keinen Bock mehr, deren Veranstaltung durch einen Beitrag meinerseits aufzuwerten.

Zwei Dinge fallen mir dazu noch ein: Erstens hatten die Halsbänder für die Namensschilder mal einen Sicherheitsverschluss, so dass man damit hängen bleiben konnte, ohne ein unangenehmes Ziehen am Hals zu spüren. Später gab es dann Halsbänder ohne Sicherheitsverschluss – der Preisunterschied im Einkauf liegt bei unter zehn Cent pro Stück.

Zweitens: Schon letztes Jahr hatten einige Leute keinen Bock mehr auf die eigentliche Konferenz und verbrachten den Tag lieber draußen im Hof vor den Veranstaltungsgebäuden, um Freunde und Bekannte zu treffen. Damit das nicht mehr geht, kostet es nun Eintritt, tagsüber im Innenhof zu sein.

Bei Konferenzen des CCC besteht die Verpflegung für Vortragende und Helfer übrigens maßgeblich aus belegten Brötchen und Mineralwasser. Trotzdem helfen da viele Leute mit und zahlen sogar noch Eintritt.